wie alles begann...
Meine Liebe zu Schildkröten begann bereits mit 6 Jahren">
wie alles begann... Meine Liebe zu Schildkröten begann bereits mit 6 Jahren,
als mein Vater mir zwei Griechische Landschildkröten (Testudo hermannii)
vom Zoohändler mitbrachte. In den frühen 70ern waren diese Tiere noch überall
erhältlich und kosteten soviel wie heute ein BigMac-Menü bei McDonalds. Den ganzen
Sommer über hielt ich die Tiere in einem selbstgezimmerten mittelgroßen
Holz-Freilandgehege. Im Spätherbst sollten die Tiere dann mit ihrem Winterschlaf
beginnen. Schweren Herzens stimmte ich zu - das war das letzte Mal, daß ich die beiden
lebend sah. Hier die typische Zusammenfassung einer klassisch-falschen
Überwinterung: kein Warmwasserbad
zur Darmentleerung - kein angefeuchtetes Überwinterungssubstrat - nachdem sich die Tiere
selbst nicht eingruben, taten wir es - Überwinterungstemperatur ca. 10°C Daß die Tiere mit dem ins Land ziehenden Frühling nicht
von selbst zum Vorschein kamen, ist dem erfahrenen Schildkrötenliebhaber klar. Eine
zielgerichtete Ausgrabung brachte die Gewißheit. ...meine ersten Wasserschildkröten Einige Zeit später bekam ich zwei Wasserschildkröten. Es
waren die zur damaligen Zeit in jeder Zoohandlung angebotenen
Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans). Diese waren
so groß wie ein Fünf-Mark-Stück. In der Pflege waren sie anspruchslos. Fleißig fraßen
sie das in den frühen 70ern obligatorisch-eklige "Schildkröten- und
Eidechsenfutter" mit allerlei getrockneten Insekten - der Nährwert lag nach heutigem
Ermessen weit unter der Nachweisbarkeitsgrenze. Durch den gewaltigen Nahrungsumsatz war
das Wasser nach kurzer Zeit trübe und mußte fast jeden Tag gewechselt werden. So nach
und nach kamen dann die ersten Krankheitsanzeichen - ob durch das Wasser, Zugluft oder die
nicht artgerechte Fütterung. Die Augen der Schildkröten schwollen zu. Eine Heilung war
nach Konsultation des Zoo"fach"händlers mit dem
"Schildkröten-Elixier" in Aussicht, das ins Wasser geträufelt werden muß. Es
schwamm als Öltropfen auf der Oberfläche und roch verdächtig nach Bittermandel.
Zusätzlich deckte ich das Becken gegen Zugluft ab, erhöhte die Wassertemperatur und
wechselte kontinuierlich täglich komplett das Wasser. Nach einigen Wochen war die
Augenentzündung bei einem Tier abgeklungen, das andere starb. Noch 6 weitere Jahre pflegte ich meine Trachemys
scripta elegans, bis ein defekter Jäger-Regelheizer dem Leben meiner
Schildkröte ein jähes Ende setzte. Sie überlebte 50°C Wassertemperatur nicht. ...Lydia die Schnappschildkröte Zehn Jahre ohne Schildkröten gingen ins Land. Durch die
Fehler, die ich in der Schildkrötenhaltung machte, habe ich viel gelernt. Eines Tages sah
ich in einem Aquarium bei einem Zoohändler viele kleine Chrysemis und eine sehr seltsam
anzusehende Wasserschildkröte, die scheu von den wild umherpaddelnden anderen in einer
Ecke des Beckens lag. Auf meine Rückfrage benannte der Händler sie als
Schnappschildkröte (Chelydra serpentina). In der Literatur las ich sehr
üble Dinge über dieses kleine Tier; Alfred Brehm beschrieb sie sogar als "...Ungeheuer in Gestalt und Wesen". Insgesamt mutete ich mir
aber zu, dem kleinen Ungeheuer eine artgerechte Haltung angedeihen zu lassen. So kaufte
ich es und es bezog ein schönes neues 80cm Aquarium. Lydia entwickelte von anfang an einen riesigen Appetit und
wuchs von 5cm Carapax-Länge innerhalb von 4 Jahren auf stattliche 12 cm heran. Auch die
aquatische Überwinterung in einem kalten Keller klappte ausgezeichnet. Dann bekam ich
aber Mitleid mit ihr im Aquarium und gab sie Bekannten, die einen Gartenteich hatten.
Lydia hielt die Goldfisch-Überpopulation in Grenzen und büxte auch des öfteren einmal
aus. Meist konnte sie aber schnell gefunden und wieder in ihr Domizil zurückgebracht
werden. Gebissen hat sie uns niemals. Sogar die Überwinterung im Teich überstand sie
optimal. Bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr kam sie wieder, zur Freude aller, zum
Vorschein. Dennoch nahm ihr Leben ein tragisches Ende. Nach drei
Jahren der Gartenteichhaltung war sie im Herbst (mal wieder) ausgebüxt. Erst nach zwei
Wochen wurde sie völlig entkräftet und stark unterkühlt unter einer Hecke gefunden.
Statt mich sofort zu informieren, wurde Lydia wieder in den Gartenteich entlassen (ich
hätte in diesem Jahr auf ihren Winterschlaf verzichtet und die Zeit genutzt, sie wieder
aufzupäppeln). Zwar kam Lydia im Frühjahr wieder zum Vorschein, jedoch war sie sehr
eingefallen und so schwach, daß sie nach 3 Tagen starb.