| Wir
bauen ein Freilandgehege |
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| Europäische
Landschildkröten ganzjährig im Zimmerterrarium zu halten ist dem
Wohlergehen der Tiere nicht gerade zuträglich. Um den Tieren möglichst
naturnahe Bedingungen zu bieten, sollten sie zumindest in den wärmeren
Monaten die Möglichkeit eines Freilandaufenthaltes haben.
Aus diesem Grund habe ich einen Teil
meiner 45qm großen Terrasse "geopfert", um für meine drei
kleinen Griechen ein Freilandgehege zu bauen. Die Terrasse liegt an der
Südwestseite des Hauses und ist im Sommer sehr heiß. Wie der Bau und die
Bepflanzung Stück für Stück voranschreitet, ist auf folgenden Bildern
festgehalten...
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Einkaufsliste
100l ungedüngte Blumenerde
800l Rindenhumus
126 Kalksandsteine
60 kg Maurermörtel
einige qm Teichfolie
Kleingewächshaus
ein paar kleine Sträucher
...und ein kräftiger Arbeiter (der das
ganze Zeug vom Auto auf die Terrasse trägt)
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| Zunächst
wurden die Steine kreisförmig ausgelegt, um das Endmaß festzulegen. Nach
fünf schweißtreibenden und nervenkostenden Versuchen bin ich das Thema
mathematisch angegangen und habe mittels Steinkantenlänge den Umfang
ermittelt und hieraus wieder den Radius des Kreises. Das hat dann
merkwürdigerweise sofort gestimmt und die erste Reihe war perfekt
ausgelegt. Dann habe ich noch die Waschbetonplatten entfernt um 5cm mehr
Tiefe zu erhalten. Die unterste Lage der Steine wurde nicht
betoniert. |
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Um
dem Wurzelwerk das Einwachsen in die Deckenisolierung zu erschweren, habe
ich 1mm dicke Teichfolie zugeschnitten und eingelegt. Den Wasserabfluss
sollte dies (theoretisch) nicht behindern. |
| Da
ich keine ausgewachsenen Seychellen-Riesenschildkröten in dem Gehege
halte, sondern nur drei Baby-Griechen, reicht eine Höhe von 35cm aus. Die
Steine wurden auch nicht zwischenverfugt sondern lediglich auf Ober- und
Unterseite. Das Mauerwerk wirkt dadurch sehr aufgelockert. |
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Dann
wurde die Erde eingebracht, wobei sich schnell herausstellte, dass ich
zuwenig hatte. kurzfristig habe ich dann noch 400l Rindenhumus zugegeben,
damit ich eine unregelmäßige Substrathöhe von 10 - 30cm erzielen kann. |
| Dieser
Hausmitbewohner fragt sich wohl, wo denn der Eingang seiner neuen
Hundehütte ist... |
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Nachdem
die Strukturen so einigermaßen feststanden, habe ich die Saatmischung
"Testudo-Basis" von Marion Minch eingebracht. Von den 250g
(ausreichend für 10qm) habe ich lediglich 150g ausgesät, damit die
Pflänzchen nicht zu dicht wachsen. Zusätzlich habe ich noch eine
Nordgriechische Zwerg-Latschen-Pinie, Fetthenne und einen langsam
wachsenden Bodendecker eingepflanzt. Rechts sieht man das Gewächshaus,
das den Kleinen als Schlaf- und Ruheplatz dienen soll. |
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...10
Tage nach dem Einpflanzen beginnt es schon kräftig zu keimen und zu
wachsen. Den Boden halte ich schön feucht, damit auch aus jedem Körnlein
irgendetwas sprießen kann - obwohl ich keine Ahnung habe, was aus Marions
Mischung alles entsteht...
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| 6
Wochen gingen nun ins Land - es schien die Sonne, es regnete, das Gras
wuchs und wuchs und wuchs.... Der Boden trocknete auch nach 6 Tagen
intensivstem Sonnenschein nicht aus. Da wusste ich, dass ich etwas
Wichtiges vergessen hatte:
die
Drainage!!!
Also begann das Spielchen von vorne:
1. komplette Bepflanzung mit Erde entfernen
2. 20 Schubkarren voll mit Kieselsteinen einfüllen (ca. 5 cm hoch)
3. Teichvlies darüber
4. Erde darauf
5. ...und Marions Klee- und Wildkräutermischung
Auf Gras verzichtete ich diesmal, da das
zu stark wuchs und ich meine Tiere dann wohl nur sehr selten zu Gesicht
bekommen werde. |
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Und
so sieht das Gehege heute aus. Kein Gras, dafür mehr Klee.
Außerdem habe ich noch ein
Vogelschutzgitter über dem ganzen angebracht, das in der Mitte mit einem
alten Mikrofonständer hoch gehalten wird und nahezu unsichtbar ist.
Es trocknet jetzt auch sehr schnell ab -
die Drainage scheint gut zu funktionieren. |
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Neu konzipiert habe ich
auch das Schildkrötenhaus. Es wurde aus großen Flusskieseln und Silikon
ziemlich natürlich gebaut. Innen ist ein 10 cm hohes Plastikgefäß, das
mit Rindenhumus gefüllt ist und nicht nass werden kann.
Selbst in strömendem Regen
ist es trocken geblieben! |
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...und so sieht
es jetzt aus, 4 Wochen nach dem Einsäen. Sobald es etwas trockener ist,
wird mein Stoßtrupp rigoros hier ausgesetzt!!! |
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